























Die Wohnanlage „Unser Karl“ wurde auf einem 4.200 m² großen Grundstück der Hindenburgstraße in der ehemaligen Laichinger Karlsanlage errichtet. Es sind drei moderne Mehrfamilienhäuser mit 36 hellen, überwiegend barrierefreien bzw. schwellenarmen Wohnungen entstanden. Mit einem ausgewogenen Wohnungsmix von 2- bis 3- bzw. 3,5- Zimmer-Wohnungen. Die Wohnungen eignen sich sowohl für Seniorinnen und Senioren, als auch für Singles, Paare oder Familien. Eine Tiefgarage mit überbreiten Stellplätzen, Fahrradstellplätzen sowie oberirdische Besucherstellplätze bilden ein nachthaltiges Mobilitätskonzept.
Jede Wohnung verfügt über bodentiefe Fenster, Balkon, Terrasse oder Dachterrasse und Komfortbäder mit meist Tageslicht.
Eingebettet in eine großzügige naturnahe Gartenanlage mit „Naschgarten“, bewusst gesetzten Hochstammbäumen, Blühsträuchern und Sitzgelegenheiten wird die Gemeinschaft gefördert und die Biodiversität unterstützt.
Der Entwurf fügt die Wohnanlage funktional und gestalterisch maßgeschneidert und zurückhaltend in die bestehende Umgebungsbebauung ein.
Die Herausforderung bestand darin, zahlreiche Projektanforderungen mit den bestehenden enormen Höhendifferenzen des Baugrundstücks von bis zu 5 Metern in Einklang zu bringen:
durchgängig barrierefreie Erschließung auf dem Grundstück mit schwellenloser Anbindung an die öffentlichen Verkehrsflächen, Lage und Länge der Tiefgaragenzufahrt am schmalsten Bereich des Grundstücks, Höhenlage und Größe der Tiefgarage mit Kelleranbindungen, sehr schmale Feuerwehrzufahrt, Einhaltung erforderlicher Feuerwehraufstellflächen für Drehleiter, begrenzt zulässige Gebäudehöhen, Einhaltung der Abstandsflächen zu Angrenzern, ausreichende Anzahl und Größe wirtschaftlich marktfähiger Wohnungen, helle tagesbelichtete Treppenhäuser, hohe Wohn- und Aufenthaltsqualitäten innen und außen mit sonnenreichen Balkonen und Terrassen.
Die Architektur bildet mit ihren zurückversetzten Staffelgeschossen mit Dachterrassen sowie mit ihren Vor- und Rücksprüngen in der Fassadengestaltung aufgelockerte Bauvolumen mit Privatheit.
Dabei wurde das direkt an die Hindenburgstraße angrenzende Haus A als Sondertyp mit einer Art „Laubengang“-Erschließung entwickelt, wettergeschützt umhüllt aus industriellem satiniertem Profilbauglas. Hier konnten unter anderem zwei attraktive ebenerdig erschlossene Maisonette-Wohnungen mit jeweils eigenem Hauseingang, ähnlich einem Reihenhaus, integriert werden, die sich über das EG und 1. OG erstrecken.
Die Tiefgarage ist als helles, natürlich belichtetes und belüftetes „angstreduziertes“ Sockelgeschoss ausgebildet. Sie egalisiert die enormen Geländehöhenunterschiede und bildet mit ihrem begrünten Flachdach ein Plateau für den barrierefreien geschützten Innenhof mit Kinderspielplatz und Feuerwehraufstellfläche.
Durch eine klare Linienführung, reduziertem Materialkonzept und präzise akzentuiertem Farbkonzept lehnt sich das Ensemble mit seinen dunklen anthrazitfarbenen „Sprossenfenstern“ und mit der aus industriellem Profilbauglas umhüllten Laubengangerschließung an den „industriellen“ Charme der vormals und teils noch vorhandenen gewerblichen Werkstattbauten der näheren Umgebung an, bleibt dabei zeitgemäß und zeitlos modern, nicht historisierend.
Der mit kerngedämmten Thermoplan-Ziegeln im Effizienhaus-EFH-55- Standard errichtete Massivbau wird energieeffizient mit einer Luft-Wasser-Wärmepumpe beheizt, bedarfsweise unterstützt von einer Gasbrennwerttherme zur Abdeckung von Spitzenlasten an besonders kalten Tagen. Die extensiv begrünten Flachdächer fördern das Mikroklima, reduzieren die Aufheizung der Umgebungsluft an heißen Sommertagen und entlasten durch Regenrückhaltung die öffentlichen Entwässerungsanlagen.
Das Projekt ist ein PRE-SL22-Projekt, entworfen und bearbeitet durch Stefan Langer bei hochstrasser. architekten, ulm.
Text und Visualisierungen: Stefan Langer.



