















Die Baumaßnahme umfasste den Abbruch und Neubau des Sanitätsversorgungszentrums Ulm auf einem Hanggrundstück innerhalb der denkmalgeschützten historischen Festungsanlage der Wilhelmsburgkaserne in Ulm.
Das Raumprogramm beinhaltet eine Zahnarztgruppe, ambulante Behandlungsräume, Notfallbehandlung, Funktionsdiagnostik, Labor- und Lagerräume sowie Büroräume.
Der 3-geschossige Neubau wird mit seinem nördlichen Rücken an die bestehende Hangkante gesetzt. Der Untergeschoss-Sockel in Sichtbeton nimmt dabei hangseitig eingegraben Lager- und Technikräume auf und wird als Geländestützwand in den Außenbereich fortgeführt.
Die Behandlungsräume orientieren sich über alle Geschosse mit bodentiefen Verglasungen überwiegend nach Süden mit Blick über Ulm.
Dem Haupteingang im höher gelegenen Erdgeschoss sind adressbildend ein Vordach aus Sichtbeton mit hinterleuchteter Rot-Kreuz-Stele, sowie die Zufahrt mit Stellplätzen vorgelagert.
Erdgeschoss und Obergeschoss liegen auskragend als verputzter Massivbau auf dem Hanggeschoss aus Sichtbeton auf.
Der auf der Südseite den Behandlungsräumen vorgelagerte Wartungssteg aus Stahlgitterrosten dient zugleich als feststehender Sonnenschutz für die bodentief verglasten Behandlungsräume und schützt somit in Verbindung mit außenliegenden Raffstoren effektiv vor Überhitzung in den heißen Sommermonaten.
Die Architektur des Gebäudes schafft mit ihren großzügigen Verglasungen, weiten Blickachsen, einer lichtdurchfluteten Eingangshalle mit offen gestalteter Treppenanlage mit Edelstahl-Mesh und hellen Wartebereichen mit Ausblicken in die bestehende grüne Umgebung eine einladende, freundliche und gesundheitsfördernde Atmosphäre.
Die gewählten Materialien und das Farbkonzept der Innenraumgestaltung folgen diesem Ansatz. Türen, Tresen und Handläufe in Echtholz aus Eiche vermitteln Wärme und Haptik bei dauerhafter und somit nachhaltiger Gebrauchstauglichkeit. Türgriffe in Edelstahl in der Gestaltungsform „Ulmer Klinke“, ursprünglich gestaltet von Max Bill (Mitgründer der HfG, Hochschule für Gestaltung, Ulm), schaffen bei hoher Funktionalität und Haptik einen wertigen Ortsbezug. Die nachhaltigen Kautschukböden sind in jedem Geschoss in einer anderen Farbe gestaltet und schaffen in Verbindung mit dem eigens entwickelten Leitsystem eine barrierefreie Orientierung im Gebäude.
Die Räume beinhalten einige nutzungsspezifische Anlagen mit besonderen Anforderungen an die Gebäudestruktur und Gebäudetechnik.
Das Projekt ist ein PRE-SL22-Projekt, entworfen und in den LP 1-4 (5) bearbeitet durch Stefan Langer bei hochstrasser. architekten, Ulm. Text: Stefan Langer.